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Prof. Dr. Dr. med. Johann A. Bauer

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Claudia schreibt am 10.11.2003

Hallo an alle, ich heisse Claudia Niemann, bin 46 Jahre alt, wohne seit 6 Jahren in Lausanne,
Schweiz, und habe wahrscheinlich schon mein ganzes Leben Fibromyalgie - jedenfalls,
solange ich zurückdenken kann, und das ist so bis zum Alter von 4 Jahren. Wahrscheinlich
erblich vorbelastet, denn meine Mutter hat es auch. Die Beeinträchtigung meiner Lebens-
qualität war in jungen Jahren aber nicht so gravierend, dass irgendjemand, mich einge-
schlossen, irgendetwas vermutet, geschweige denn was unternommen hätte. Kleine
Schmerzattacken wurden als Rheuma oder Grippe oder Rückenschmerzen etc. abgetan,
auch Zahnprobleme wurden durch Ziehen gelöst, und damit hatte sich das. War ja auch
weiter nicht tragisch, ich galt ja schon immer als etwas schwächliches und wenig wider-
standsfähiges Kind, rein physisch gesehen, hatte ich doch schon immer alle Krankheiten
aufgelesen, die so in der Luft rumflogen (u.a. 3x Lungenentzündung, Nierenbeckenent-
zündung und jede Menge Halsentzündungen). Die physische Schwäche wurde eben mit
Willenskraft wettgemacht. Und das war wohl ein Fehler: Wahrscheinlich habe ich mich
selbst permanent überfordert. Die Quittung kam, wenn auch relativ spät.

Richtig angefangen hat es vor gut 4 Jahren. Nach einer Häufung von extremen Stress-
Situationen hatte ich Krämpfe in Armen und Beinen, die sich durch Massagen und andere
Physiotherapien nicht mehr lösen liessen. Es ging so weit, dass ich ein ständiges Kribbeln im
linken Arm verspürte, dass sich oft bis in die Hand ausdehnte. Auf Anraten eines Arztes ging
ich zu einem Chiropraktiker, der meinte, dass das Kribbeln von einem eingeklemmten Nerv
in der Halswirbelsäule stamme und er hat entsprechend manipuliert. Als nach der dritten
Sitzung keine Besserung eingetreten war, hat er mir mit einem brutalen Griff eine Band-
scheiben-Vorwölbung provoziert, die dann von einem Neurochirurgen mittels Tragen einer
festen Halskrause über 3 Monate behandelt wurde. Ich konnte zwar eine OP vermeiden,
hatte von da an aber keine ruhige Minute mehr. Ich wurde mit Schmerzmitteln vollgestopft,
kam zur Kur, versuchte alle möglichen alternativen Heilmethoden (Shihatsu war noch die
beste), hatte Physiotherapien ohne Ende. Meine Schwester, selbst praktische Ärztin,
schickte mich mit Verdacht auf Fibromyalgie zu einem Rheumatologen, der es aber nicht
diagnostizieren wollte oder konnte. Ein zweiter Rheumatologe schickte mich mit der Diag-
nose "psychosomatisch" zum Psychiater. Ich hatte selbst inzwischen eine Psychotherapie
angefangen, weil ich dachte, ich würde verrückt. Die Krämpfe und Schmerzen machten
mir solche Angst, dass ich selbst gar nicht mehr in der Lage war, zu unterscheiden, was
woher kam. War aber nichts mit dem "psychosomatisch", der Psychiater war sehr vernünf-
tig und bescheinigte mir chronische Schmerzen ohne seelische Ursachen. Endlich sprach
ich mit einer Nachbarin, die schon seit Jahren in Rente war, aufgrund unterschiedlicher
Krankheiten, u.a. auch mit Fibromyalgie befallen. Nachdem sie mich ausgefragt hatte, mir
eine Broschüre gegeben hatte und mir den richtigen Arzt genannt hatte, hatte ich die
Diagnose im Mai 2002: Fibro und unheilbar. Einesteils erleichtert, anderenteils sehr
besorgt über meine Zukunft schickte ich mich in die übliche Behandlung: Antidepressiva,
Schmerztabletten, Antirheumatika, Wassergymnastik, Eutonie, Massagen. Inzwischen
hatten sich die Schmerzen über den ganzen Körper ausgebreitet. Ich schlief nur noch
stundenweise, und das schlecht. Wetterwechsel, Arbeit, Arger, selbst ein leichter Schnup-
fen wurden zur Qual. Ich war ständig auf der Kippe und musste oft zu Hause bleiben.
Schmerzattacken brachten mich und meinen Mann manchmal fast an den Rand des Wahn-
sinns. Ich überlegte, was aus mir werden sollte. Rente war nicht möglich, da in der
Schweiz das ganze nicht anerkannt wird. Ich spekulierte schon auf meinen Psychiater,
den ich bitten wollte, mich für verrückt zu erklären. Ich nahm einen Kurs in Autohypnose,
hat aber auch nichts gebracht.

Kurz vor Weihnachten 2002 fand ich das Buch von Prof. Bauer in einem Katalog. Ich hatte
eigentlich ganz was anderes gesucht, aber da stand es: Heilung ist möglich. Nichts wie her
damit. Als ich es nach 2 Wochen in den Händen hatte, habe ich es in einem Tag durch-
gelesen und war begeistert. So gut hatte noch keiner die Symptome, die konventionellen
Behandlungen und die Misere der Fibro's in der Gesellschaft beschrieben. Ich zeigte das
Buch meinem Rheumatologen. Er war total dagegen, hatte der Prof. doch keine interna-
tionalen Referenzen aufzuweisen, und überhaupt, das klingt nach Scharlatan, es ist kein
Kraut gegen die Fibro gewachsen. Schon aus Trotz liess ich mir einen Termin beim Prof.
geben, allerdings erst Februar möglich gewesen.

 
Inzwischen fing ich an, im Internet rumzusuchen nach Leuten, die sich operieren liessen.
Bin durch alle Zustände und Meinungen gegangen, Gegner und Miesmacher gibt's ja
genug. Aber verschiedene Leute, unter anderen Michaela, Martina, Marianne, und Petra
haben mir auch telefonisch Mut gemacht. Denen verdanke ich es, dass ich trotz erhebli-
cher Zweifel dann doch zur Untersuchung gefahren bin, inzwischen schon unter Tramal,
dem gefürchteten Opiat (Suchtgefahr!), da ich es sonst nicht mehr aushielt. Danach hatte
ich aber Klarheit. Nicht nur die Kompetenz, sondern vor allem die Art vom Prof. hat mich
überzeugt. Ich habe mich sofort für die OP entschieden, die dann am 29.04. dieses Jahres
durchgeführt wurde, am linken Arm. Ich hatte zwar etwas Bammel, war aber völlig unbe-
gründet. Die OP war ein Klacks, ich habe nichts gespürt und die ganze Zeit mit dem Prof.
und der Schwester Liselotte rumgealbert. Drei Tage war ich wie im siebten Himmel:
Keine nennenswerten Schmerzen, alles prima, na, und alle Medikamente sofort abgesetzt.
War allerdings unklug, denn dann ging es los mit den richtigen Veränderungen.

Es war ein ziemliches Auf und Ab die ersten drei Wochen, denn Wetterwechsel und die
körperinterne "Revolution" haben mich ziemlich arg geschüttelt. Es war gut, dass ich noch
mal beim Prof. angerufen hatte, als ich nach einer Woche ohne Medikamente nicht mehr
zurecht kam. Ich nahm also wieder brav die Schmerzmittel: Distalgesic, ein verstärktes
Paracetamol, bis zu 600mg am Tag. Ab und zu auch Celebrex, bis zu 400mg am Tag,
besonders wenn es regnete. Hohe Luftfeuchte, egal ob kalt oder warm, machte mir immer
noch sehr zu schaffen. Hauptsächlich war das Lymphsystem betroffen, ich war an Händen
und Füssen arg dick, besonders morgens. Also, noch ein pflanzliches Mittel dafür genom-
men (Lymphadrainal). Hat angeschlagen. Mein Hausarzt gab mir dann auf eigenen Wunsch
omega-3-Fettsäuren (nicht als cholesterinsenkendes Medikament, sondern als Antidepres-
sivum, das hatte mir ein Kollege geraten, und das habe ich doch gleich probieren müssen).
Ich nehme sie heute noch, in kleinen Dosen, nur so zum Spass. Gute Laune hat noch
keinem geschadet, und wenn man die auf so natürliche Weise haben kann, warum nicht.
Vitamin E muss man aber dazunehmen, wegen der anti-oxidativen Wirkung, sonst sind
diese ungesättigten Fettsäuren nahezu wirkungslos.

Ab der 4. Woche post-OP konnte ich eine Besserung meines Zustandes verzeichnen. Ich
unternahm allein eine Reise nach Berlin und Köln, um meine etwas angeschlagene Psyche
wieder geradezurücken (ich war ziemlich niedergeschlagen aufgrund der Beschwerden).
Die "Heimaterde" und der Austausch mit Freunden haben da sehr geholfen. Natürlich
unterstützte das trockene Wetter in der Himmelfahrtswoche in Berlin das Ganze. In Köln war
es dann offensichtlich: ein feuchter Tag: Probleme. Ein trockener Tag: Alles erträglicher.
Neu war allerdings, dass ich die morgendlichen Krisen relativ schneller überwand als vorher.
Zurück in die Schweiz mit feuchter Hitze, das gleiche. Aber es war doch besser, denn mein
Zustand stabilisierte sich und nach 6 Wochen war ich relativ "stabil" OHNE Schmerz-
MEDIKAMENTE. Ich habe auch wieder richtig Lust, mich zu bewegen, und brauche es
auch nicht mehr zu bereuen, wenn ich es tue. Schlafen kann ich auch besser. Das ist doch
was, oder? Mein Hausarzt ist jedenfalls zufrieden mit mir, er unterstützt mich wo er kann.
Ich arbeitete seit dem 10. Juni halbtags und ab 08. August wieder volltags. Und das bis
heute, ohne einen einzigen Krankheitstag. Ich kann nur sagen: Danke, Professor Bauer.

Der Prozess ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es arbeitet manchmal noch im linken Arm
(eigentlich in beiden, denn ich merke symmetrisch die gleichen Symptome im rechten Arm,
wenn auch weniger ausgeprägt). Ich kann zwar nicht sagen, dass ich gar keine Beschwer-
den mehr habe, denn in den Beinen hat sich bisher nichts geändert, aber die ewigen
Krämpfe in den Armen und der Brust- und Rückenmuskulatur sind fast weg. Mir geht es im
Vergleich zu vor einem halben Jahr wirklich gut, und das ohne Antidepressiva oder nen-
nenswerte Schmerzmitteleinnahme (gelegentlich hat man auch mal was anderes, und da
muss schon mal was her). Die Narbe ist auch gut verheilt, zum Teil auch dank Schweden-
bitter, der eine enorm gute Glättung brachte. 

Am 8. November war ich zur Nachuntersuchung in München. Ich werde noch eine zweite
OP haben, um auch die Beschwerden im unteren Körper noch abzuschaffen. Am 11. Januar
wird es schon soweit sein - Glück gehabt, war gerade einer abgesprungen. Sonst hätte ich
noch bis Juni warten müssen - und das wäre bitter gewesen. Ich bin richtig happy und
freue mich schon darauf. Auch auf das Wiedersehen mit dem Bauer-Team, deren Unge-
zwungenheit und liebevollen Umgang mit den Patienten ich sehr schätze. Ich habe mir
vorgenommen, ihren Kampf für die wissenschaftliche Anerkennung der Methode und die
erst dann mögliche Anerkennung durch Medizinischen Dienst und Krankenkassen nach
besten Mitteln zu unterstützen.
 
Meine Privatkasse hier in der Schweiz hat zunächst auch abgelehnt, die Kosten zu
übernehmen. Aber so schnell gebe ich mich nicht geschlagen. Ich muss nur die Zeit finden,
zum Rechtsanwalt zu gehen und mich beraten zu lassen. Aber da sind andere Dinge, die
immer wieder vorgehen... und bei einem full-time job mit entsprechendem Engagement
(ich liebe meinen Beruf) kommt man nicht so leicht weg. Vielleicht schaffe ich es ja noch
vor Jahresende.

Jedenfalls kann ich mit meinen Erfahrungen bis jetzt nur jedem Fibro raten, sich von
Prof. Bauer untersuchen zu lassen und sich die Möglichkeiten zur Hilfe zumindest mal
anzuhören. Und mit der Finanzierung kann man ja auch mit ihm reden, oder besser noch
mit der Fibromyalgiehilfe e.V. (siehe auch Website Bauer). Aber letztendlich ist die Gesund-
heit unbezahlbar und mehr wert als alles Geld dieser Welt.

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