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Stoppt die Vergewaltigung von Schmerzkranken!
Quelle: Ärztliche Praxis Nr.46, Seite 5 vom 15. November 2005 © Reed Business Information GmbH, München
Professor Johann Bauer bekämpft Fibromyalgie mit dem Skalpell
BAAR/Schweiz - Fibromyalgie-Patienten, zu 80 Prozent Frauen, werden nur selten ernst genommen. Je nachdem, in wessen Hände sie geraten, erhalten sie Psychopharmaka oder Zytostatika. Ein Therapeut jedoch hat sich auf operative Schmerzbehandlung spezialisiert: der als Befreier der Akupunkturpunkte bereits in ÄP vorgestellte Professor Johann Bauer. Seine These ist ebenso revolutionär wie eingängig.
ÄP: Sie setzen seit Jahren gegen Fibromyalgie eine ungewöhnliche, chirurgische Therapie ein. Warum? Bauer: Weil sie erfolgreich ist! Man tut Patienten mit Schmerzsyndrom vielfach Gewalt an. Günstigenfalls redet man ihnen ein, sie hätten eine psychosomatische Erkrankung. Schlimmer noch ist es, wenn ihnen eine psychische Genese ihrer Schmerzen unterstellt wird. Dann sediert man sie mit Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva. In langen Psychotherapien beziehungsweise Rehabilitationen werden ihnen zwar nicht die Schmerzen genommen, dafür aber dann tatsächlich psychische Störungen aufoktroyiert. Ich halte dies für Vergewaltigung.
ÄP: Ist dies nicht zu starker Tobak? Bauer: Nein! Wenn Sie erfahren, was diesen Patienten angetan wird, dann können Sie an dieser unserer Medizin verzweifeln. Die Selbstmordrate der Fibromyalgie-Kranken liegt bei 15 Prozent! Gelangt der Patient in die Hände eines Rheumatologen, erhält er Kortison und Methotrexat. Ich kann Ihnen versichern, dass es den so Behandelten nach einem Jahr nicht sehr gut geht. Zusätzlich zu ihren Schmerzen leiden sie dann oft noch an latentem Cushing, Prädiabetes und hoffentlich nicht an Leberversagen. Eine meiner Patientinnen war vier Wochen zur Reha. Dort hat man ihr in langen Psychotherapie-Sitzungen ihr „eigentliches“ Problem erklärt. Die Frau wollte auch aufgrund der rapiden Verschlechterung ihres Zustandes die Kur abbrechen. Doch drohte man ihr damit, dass sie die Kosten dann selbst übernehmen müsse. Sie verliess die angeblich erfolgreich abgeschlossene Kur im Rollstuhl. Nachdem ich sie operiert hatte, wurde sie ihre sämtlichen Beschwerden los.
ÄP: Welche Vorstellungen haben Sie von der Schmerzentstehung bei Fibromyalgie? Bauer: Vor vielen Jahren konnte ich feststellen, dass bei diesen Patienten bestimmte Nervenbahnen „eingeklemmt“ sind - ich bezeichne es als „verklebt“, ähnlich wie man sich dies beim Karpaltunnel-Syndrom vorzustellen hat. Eigenartiger- oder eher verständlicherweise stimmen die Stellen, an denen diese Verklebungen auftreten, mit wichtigen Akupunkturpunkten überein - und erklären so ihre ausgedehnten Einflüsse, weit über den Punkt hinaus. Dabei ist selbstverständlich nicht ein einzelner Punkt betroffen, sondern vielmehr ein Abschnitt auf der gemeinsamen Strecke von Nervenbahn und Blutgefässen beim Durchtritt durch eine Faszie betroffen. Wir haben histologische Untersuchungen von diesen Verklebungen anstellen lassen. Und regelhaft finden sich dort Zeichen einer chronischen Entzündung.
ÄP: Und wie operieren Sie die Schmerzen weg? Bauer: Zuerst müssen gründliche Schmerzanamnese und sorgfältige Diagnostik klären, ob tatsächlich eine Fibromyalgie vorliegt und an welcher Stelle zu operieren ist. In der Regel am Ellenbogen oder über dem Knöchel. Bei der Operation wird die betreffende Nervenbahn aufgesucht, freipräpariert und die Verklebungen gelöst, wobei das Fasziengewebe entfernt wird. Nach der Operation sind die Schmerzen zunächst keineswegs behoben. In der Regel dauert es bei den seit Jahren und Jahrzehnten Schmerzkranken mehrere Monate, bis sich der Nerv regeneriert hat. Und in vielen Fällen muss erneut an einer weiteren Stelle operiert werden. Dies lässt sich nicht vorhersagen.
ÄP: Welchen Patienten können Sie mit Ihrer Methode helfen? Bauer: Es sind vor allem die so genannten Austherapierten, sprich hoffnungslosen Fälle, die mich aufsuchen. Sie haben bereits alles ausprobiert, was an Therapien angeboten wird, und ihre Krankengeschichte reicht oft weit zurück. Ich erreiche bei etwa 50 bis 60 Prozent dieser Patienten gute bis sehr gute Erfolge, sprich weitgehende oder völlige Schmerzfreiheit.
Prof. Dr. Dr. med. Johann Bauer Falkenweg 1, CH-6340 Baar, Schweiz, E-Mail: office@fms-bauer.com
Buchtipp Johann Bauer: Fibromyalgie - Körper ohne Schmerz. Erd-Verlag, München 2005.
Info: 0041 41 763 1660 www.fms-bauer.com
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