Empfehlungen       

Wissenschaftlich fundierte juristische Informationen bezüglich jeglicher
Form ärztlichen Tuns als Körperverletzung sind zu entnehmen aus dem Werk:
Meinicke, Boris: Haftungskriterien für Injektionsschäden,
Berichte aus der Rechtswissenschaft, D 46 (Diss. Univ. Bremen)
Shaker-Verlag, Aachen 1997, 325 Seiten.

1. Empfehlung

Ein Patient, dem eine
Stellatum-Blockade oder eine ähnliche Körperverletzung
angeboten wird, sollte auf eine schriftliche Aufklärung bzgl. der Risiken bestehen.
Es muss darin enthalten sein, dass schlimmstenfalls eine fingerdicke Arterie oder
Vene angestochen werden kann, die Lunge verletzt werden kann, und dass in einem
solchen Fall eine notfallmässige Operation nötig werden kann. Es müsste auch
festgehalten werden, wer der zuständige Chirurg ist, der dann für solche Fälle umgehend
zur Verfügung steht.

2. Empfehlung

Ein Patient, dem eine Serie von
Infusionsbehandlungen vorgeschlagen wird oder
eine ähnliche Köperverletzung
, sollte auf eine schriftliche Aufklärung bzgl. Art und
Wirkung der verabreichten Medikamente bestehen. Ausserdem muss er darüber
aufgeklärt werden, wie venenverträglich die Infusionsserie ist, ob er danach überhaupt
noch brauchbare Venen haben wird. Des weiteren muss die Aufklärung den Vermerk
enthalten, ob der Patient danach gehfähig oder verkehrstüchtig ist. Eine Serie
von 143 Infusionen während eines 4-wöchigen stationären Kuraufenthaltes stellt eine
durch nichts zu rechtfertigende Körperverletzung des Patienten dar.

3. Empfehlung

Ein Patient, dem eine
Quaddelbehandlung vorgeschlagen wird oder eine ähnliche
Körperverletzung
, sollte auf einer schriftlichen Aufklärung bestehen, in der Art und
Wirkung der Medikamente erklärt wird, das eventuelle Risiko einer Allergie und das
eventuelle Risiko von Kreislaufreaktionen bis hin zum Kollaps, wenn aus Unkenntnis
Akupunkturpunkte mit dem falschen Medikament gequaddelt werden.

4. Empfehlung

Ein Patient, der zur
psychosomatischen Behandlung überwiesen wird, sollte sich
von einem unabhängigen Psychiater auf seinen geistigen Zustand vorher überprüfen
lassen, bevor er sich in psychosomatische Behandlung begibt. Der Patient muss sich
vor Augen führen, dass Psychologen und Psychosomatiker davon ausgehen, dass ein
Fibromyalgiepatient prinzipiell gestört ist, an Konzentrations- und Merkfähigkeits-
störungen leidet und letztendlich kritische Äusserungen des Patienten zur therapeu-
tischen Vorgehensweise nicht Ernst zu nehmen sind.

Mit anderen Worten: Wenn ein Patient es wagt, die Tätigkeit der Psychologen und
Psychosomatiker in Zweifel zu ziehen, wird er erst recht für gestört erklärt.

Beliebt ist die Kombination von Heidegger und Freud und die Wortspiele mit dem
Bindestrich. Bei manchem Patient kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass
sie auf Kur regelrecht psychisch vergewaltigt wurden. Es sind Beispiele bekannt,
bei denen solche Patienten hinterher Selbstmord begangen haben.

5. Empfehlung
 
Bei Patienten, die Schmerzen haben, deren Ursache unklar zu sein scheint, und keine
Veränderungen in den Blutwerten oder Röntgenbildern aufweisen, sollte prinzipiell die
Möglichkeit des Vorliegens einer Fibromyalgie in Betracht gezogen werden. Der
Verdacht ist leicht mit Hilfe der Akupressurtechnik zu bejahen oder zu verneinen. Vor
jeder OP an Gelenken oder der Wirbelsäule ist ein MRT durchzuführen, eine
szintigraphische Untersuchung ist weder hilfreich noch nötig. Solche Eingriffe nur
wegen Schmerzen ex iuvantibus („Wir operieren erst mal, vielleicht bringt der Eingriff
was“)durchzuführen, ist out. Arthroskopische Eingriffe, Bandscheibenoperationen,
Einbringen künstlicher Schultern, Knien, Hüften sind nur bei klaren krankhaften
Befunden an Knochen und Gelenken sinnvoll. Es geht nicht an, bei behaupteter
Arthrose einen Nachweis durch den histologischen Befund als Bestätigung der
Richitgkeit der OP-Indikation abzuwarten. Die Arthrose muss vor der OP bewiesen
sein, und zwar makroskopisch. Wenn diese Reihenfolge nicht eingehalten wird, und
letztendlich nur wegen ungeklärter Schmerzen operiert wird, besteht die Gefahr, dass
Fibromyalgiepatienten zu Krüppeln operiert werden.

Merke:
Diese unnötigen Operationen haben nichts mit der QuadrantenIntervention zu tun,
werden jedoch in böswilliger Weise von Rheumatologen, irgendwelchen Fibro
Vereinigungen etc. in einen Topf geworfen, um vor jeglicher Operation zu warnen
(erfolgreich operierte Patienten sind für die multimodalen Behandler verlorene
Patienten), und den Siegeszug der Quadrantenintervention irgendwie zu verlangsamen-
aufhalten können sie ihn nicht mehr, da ist der Zug schon abgefahren. In Kassel, als
irgendwelche Patienten im Rollstuhl vorgefahren wurden und der Eindruck erweckt
wurde, sie seien von Prof. Bauer zu Krüppeln operiert worden, wurde ein Beispiel für
die Bösartigkeit der Gegner geliefert - die Patienten waren nie von Prof. Bauer
gesehen oder behandelt worden...
 
Verbliebene Schmerzen nach „lege artis“ durchgeführten orthopädischen Operationen
liegt die Vermutung nahe, dass eine Fibromyalgie übersehen wurde und die Therapie-
versager auf eine unnötige, weil fehlindizierte OP, zurückzuführen sind. Das könnte
eine Erklärung für die vielen Patienten auf Reha sein, die pop immer noch die gleichen
wie vor OP bestehenden Schmerzen haben und vertröstet werden.
 
In schweren Fällen hat der Patient beides, Fibromyalgie und Gelenkschaden. Es
bleibt ihm überlassen, welche OP er zuerst durchführen lassen will. Ein Patentanwalt
wurde, nachdem ein Schultergelenksersatz ihn nicht schmerzfrei gemacht hatte, einer
oberen Quadrantenintervention auf der gleichen Seite unterzogen. Als die Schmerzen
dieser Seite weg waren, war der kritische Patient so überzeugt, dass er sich 1 Jahr
später wegen Schmerzen auf der anderen Seite zuerst der Quadrantenintervention
unterzog. Alle ausstrahlenden Schmerzen waren danach verschwunden, bis auf die
reinen degenerativ bedingten Gelenkschmerzen. Nach dem Schultergelenksersatz
auch auf dieser Seite war endlich Ruhe.

Merke:
Die Quadrantenintervention kann Gelenke nicht neu machen, nimmt aber die aus-
strahlenden Fibro-Schmerzen. Die orthopädische OP macht das Gelenk neu, nimmt
aber die ausstrahlenden Fibro-Schmerzen nicht. Dies zu verstehen verlangt von Arzt
und Patient viel Einsichtsvermögen und Geduld. Wunderheilungen gibt es nicht.

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